Design Thinking für Existenzgründer: Wie funktioniert es?

Design Thinking

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)

Beim Design Thinking handelt es sich um eine Denktechnik, deren Arbeitsweise von der Tätigkeit von Designern abgeleitet wurde (daher der Name). Ihr Ziel ist es, neue Lösungsansätze für Probleme zu finden, sodass Nutzer und Anwender daraus ihren Vorteil ziehen können. Der Begriff selber geht auf zwei amerikanische Professoren aus Stanford (von der dortigen Universität) zurück. Die Anwendung des von ihnen erfundenen Design Thinking fand erstmals im Silicon Valley statt.

Design Thinking ermöglicht es seinen Nutzern, Lösungen für Probleme systematisch zu finden. In jedem Lebensbereich anwendbar, steht bei Design Thinking (DT) nicht der technische Ansatz im Fokus, sondern die Befriedigung der Nutzerbedürfnisse. Hierin unterscheidet sich die Technik auch von zum Beispiel wissenschaftlichen Arbeitsweisen.

Dieser Fokus macht das Design Thinking für Existenzgründer so interessant: Mittels dieser Technik können neue Dienstleistungen oder Produkte auf ihr Marktpotenzial hin verbessert werden, da das Design Thinking hilft, das Produkt oder die Dienstleistung an Kundenerwartungen und –wünsche anzupassen. Für diesen kreativen Prozess sollten angemessene Räumlichkeiten zur Verfügung stehen, in welchen Materialien wie Whiteboards, Präsentationsflächen, flexible Möbel und anderweitige Hilfen zur Verfügung stehen.

Wie denkt der Kunde?

Im Design Thinking wird das Produkt oder die Dienstleistung mit den Augen des Kunden wahrgenommen und nicht durch die Produzenten-Brille. Auf diese Art können Problemstellungen präventiv und direkt angesprochen werden, was gerade für Existenzgründer von enormer Bedeutung ist.

Der Denkprozess umfasst mehrere kleine Schritte, in welchen Probleme und deren Lösungen oder auch Ideen als Prototypen erarbeitet werden. Auf diese Art können Produkte und Dienstleistungen lange vor dem Markteintritt getestet und potenzielle Schwachstellen aufgezeigt werden. Die Marktreife des Produkts wird signifikant erhöht, in dem das Feedback der Testergebnisse zu Verbesserungen beiträgt.

Die drei Säulen des Erfolgs

Drei Prozesse sind im Design Thinking ineinander verzahnt:

  • Technologische Machbarkeit
  • Nutzerausrichtung
  • Wirtschaftliche Tragfähigkeit

Durch die Brille des Nutzers werden Produkte und Dienstleistungen gestaltet, welche machbar, von hoher Attraktivität und wirtschaftlich sinnvoll (oder marktfähig) sind.

Auf der oben erwähnten dreiteiligen Struktur stehen außerdem drei Säulen, welche in besonderem Maße die Ausrichtung dieser innovativen Denktechnik verdeutlichen:

  • Räume werden variabel genutzt
  • Teams multidisziplinär zusammengestellt
  • Prozesse des DT effizient angewendet

Die Teams aus Personen verschiedener Disziplinen stehen besonders im Fokus: Die unterschiedlichen Denkweisen tragen nachhaltig zur Lösungsfindung bei, so dass die Ergebnisse im Vergleich zu homogen strukturierten Teams meist besser sind.

In einem Beispiel wird dieses Prinzip schnell deutlich: Fünf mit dem Design eines Produktes beauftragte Betriebswirtschaftler werden andere (und höchstwahrscheinlich schlechtere) Ergebnisse erzielen als ein interdisziplinäres Team. Gehören jenem außer dem Betriebswirtschaftler auch ein Ingenieur, ein Werbetechniker, ein Jurist und ein Grafiker an, werden deren verschiedene Denkweisen ein ganz neues (und besseres) Ergebnis erzielen. Somit bleibt als Grundprinzip und über das Design Thinking hinaus das Prinzip, dass multidisziplinäre Teams aus verschiedenen Berufsgruppen, Geschlechtern und Altersgruppierungen gebildet werden sollten.

Im besten Falle entwickelt das Team einen festen Zusammenhalt, welcher für Existenzgründer mitentscheidend für den Erfolg sein kann: Sind die „Väter“ der neuen Denkansätze vom Produkt und Ihrer Arbeit überzeugt, sorgen die Arbeit im Team und der Erfolg zudem dazu, dass eine intensive Verbindung zwischen den einzelnen Teammitgliedern entsteht. „Never change a winning team“ kann auch hier für Gründer wichtig sein! Außergewöhnliches Denken im Team kann außergewöhnliche Ergebnisse erzeugen helfen. Immer steht für Gründer bei der Markteinführung der oft schwierige Prozess der Marktdurchdringung. Gute Kontakte können zwar helfen, aber nicht alles lösen.

Das Design Thinking hilft hierbei nachhaltig, den Erfolg schneller zu erzielen, da die Vorteile für den Kunden detailliert herausgearbeitet werden und somit „Kinderkrankheiten“ des Produkts oder der Dienstleistung vermieden werden können. Wer mehr Interesse an diesem spannenden Thema hat, kann sich auch an die Denkmotor GmbH wenden, welche interaktive Veranstaltungen zum Thema Design Thinking anbietet.

Sechs Phasen der Umsetzung

Ein Team, welches nach Design Thinking arbeitet, geht in sechs Phasen vor: Das bestmögliche Ergebnis kommt durch

  • Verstehen
  • Beobachten
  • Neue Sichtweisen
  • Neue Lösungsansätze
  • Erste Prototypen
  • Und Erprobung

Das Feedback aus der Erprobung könnte theoretisch als siebte Stufe bezeichnet werden, doch handelt es sich hierbei nicht um Entwicklungsarbeit im engeren Sinne.

Die Realisierung von Design Thinking

Wie bereits zu Anfang erwähnt sind angemessene und einem kreativen Klima förderliche Räumlichkeiten für die effiziente Arbeit eines Design Thinking Teams notwendig. Die Ausstattung sollte sich an den Notwendigkeiten zur Erstellung von Prototypen orientieren. Stoffe, Pappe oder Papier oder auch Legosteine können Materialien sein, die zur Anwendung kommen. Wichtig ist, dass das Team nicht mehr als sechs Personen umfassen sollte, da in einer größeren Gruppe einzelne gute Lösungsansätze oder neue Ideen in Gefahr sind und vielleicht keine Berücksichtigung zu finden.

In jedem Falle ist Design Thinking ein schneller und effektiver Weg, um neue Perspektiven auf Problemstellungen zu eröffnen und individuelle und dabei realistische Problemlösungen aus Kundensicht zu erarbeiten. In Zeiten des scharfen Wettbewerbs ein unbedingter Vorteil, nicht nur für Existenzgründer.