Was sind Schrift-Fonts?

Typographie und unterschiedliche Schriftsätze gab es schon lange vor dem Aufkommen von Computern. Mit der Eroberung des Druck- und Verlagswesens durch die Informationstechnologie, wurde es daher schnell wichtig, Mittel und Wege zu finden, diesen typographischen Reichtum digital abzubilden. In Schriftarten-Dateien, sogenannten Fonts, werden die grafischen Repräsentationen verschiedener Schriftarten gespeichert.

Woher kommt der Begriff Font?

Der Begriff Font kommt aus dem Englischen. Hier bezeichnete das Wort ursprünglich einen Satz gegossener Lettern (das Wort leitete sich vom französischen fonte für gießen ab), wie sie früher zum Druck genutzt wurden. Nachdem die ersten Computer nicht die Möglichkeit hatten, verschiedene Schriftarten anzuzeigen, wurden ab Anfang der 80er-Jahre zunehmend Geräte verfügbar, deren grafische Leistung ausreichte, unterschiedliche Schrifttypen anzuzeigen und vor allem schnell zwischen diesen zu wechseln. In Anlehnung an die alten Schriftsätze aus Blei, nannte man auch die neuen, digitalen Schriftsätze Fonts.

Was sind Font-Dateien?

Grundsätzlich muss zwischen zwei Arten digitaler Schriftarten unterschieden werden. Den heute immer üblicher werdenden Vektor-Schriftarten und den Raster- bzw. Bitmapfonts. Raster-Schriften werden, vereinfacht ausgedrückt in Dateien gespeichert, die eine Reihe von Bitmaps, also Bilddateien, enthalten, die die einzelnen Schriftzeichen eines Fonts darstellen. Typischer Weise werden dann zusätzliche Bilder für verschiedene Varianten der selben Zeichen gespeichert. Zum Beispiel für Fettdruck oder Kursivsetzungen. Rasterfonts lassen sich mit entsprechenden Tools und Schrift-Generatoren relativ leicht selbst erstellen.

Die Speicherung von Vektorfonts funktioniert ähnlich, wie die von Rasterfonts. Auch hier werden Abbildungen der einzelnen Schriftzeichen in einer gemeinsamen Datei abgelegt. Anders als bei den Raster-Schriften handelt es sich hier aber nicht um Bitmaps, in denen ein Bild Pixel für Pixel und Zeile für Zeile abgespeichert wird. Stattdessen werden die einzelnen Grafiken mathematisch, mit Hilfe von Vektoren, beschrieben. Das hat verschiedene Vorzüge. Größter Vorteil der vektorbasierten Speicherung ist die bessere Skalierbarkeit, also die Möglichkeit zur Größenanpassung, der Schrift. Bei Rasterschriftarten passiert ab einer gewissen Vergrößerung das selbe wie bei zu gering aufgelösten digitalen Fotos: Sie werden pixelig und undeutlich. Im Alltag spielt das für viele Nutzerinnen und Nutzer zwar keine bedeutende Rolle, doch spätestens wenn es darum geht Schriftzüge für Plakate zu drucken oder an CNC-Fräsen zu übergeben, spielen die vektorbasierten Schriftformate hier ihre Stärke aus. Auch ansonsten lassen sich Vektor-Schriften besser verändern. Soll ein Schriftzug zum Beispiel fetter oder feiner gedruckt werden, lässt sich das durch Veränderung der Vektor-Formeln erreichen.

Schriftarten-Entwicklung – Vom Kunsthandwerk zum Hobby für jedermann

Wie schon zu Zeiten des Bleisatzes, gilt der Entwurf und die Entwicklung von Schriftarten auch heute als große Kunst. Kaum ein größeres Unternehmen nutzt nicht eine eigene, einzigartige Schriftart, um das eigene Corporate Design zu unterstreichen und dessen Effekt zu verstärken. Doch zunehmend wird es heute möglich, Fonts auch selbst mit einfachsten Mitteln zu produzieren. Selbst kostenlose Online Schrift-Generatoren gibt es inzwischen. Damit ist es möglich, ganz einfach im Browser eigene Schriftarten zu entwickeln.

(Bildquelle: Pixabay.com – CC0 Public Domain)